Als Negative für Cyanotypien eignen sich nicht mehr nur fotografisch hergestellte Negative (z.B. Mittel- oder Großformatnegative), sondern auch Ausdrucke geeigneter Tintenstrahldrucker auf Folie. Man kann nun beliebige Bilder einscannen und sie zur Herstellung von Cyanotypien verwenden. Wichtig ist dafür natürlich ein Scanner zum Digitalisieren der Fotos, Dias oder Negative (2700 dpi Auflösung ist ausreichend, wichtiger ist ein großer Dynamikumfang) und ein fototauglicher Tintenstrahldrucker (ich benutze den Canon S900). Sinnvoll ist, in Farbe zu scannen und die ersten Bearbeitungsschritte im Farbmodus durchzuführen, um die größtmögliche Datenmenge ausnutzen zu können.
Um eine optimale Druckqualität zu erzeugen, eignen sich spezielle SW-Tinten, die man anstelle der Farbtinten in den Drucker einsetzt. Da die Farben nun durch Grautöne ersetzt sind, kann eine bessere Auflösung und ein guter Dynamikumfang erzielt werden. Sie müssen Ihr Negativ dann nicht einmal desaturieren oder in SW umwandeln - der Drucker setzt die Farben automatisch richtig in Grautöne um. Wichtig beim Druck auf Folie ist, dass man die richtige Folie einsetzt. Es gibt Folien, die für hochauflösende Prints nicht geeignet sind. Achten Sie also auf die Beschreibung auf der Packung!
Eingescannte Bilder können beispielsweise in Photoshop, PaintShop Pro oder Photoshop Elements bearbeitet werden. Sinnvoll, um eine möglichst gute Grauabstufung zu erzielen, ist die Bearbeitung im 16-bit-Modus von Photoshop (wenn Ihr Scanner dies unterstützt, sonst genügt auch PS Elements oder PSP). Gerade Photoshop hat natürlich seinen Preis, aber ältere Versionen können häufig günstig gebraucht erstanden werden (auf eine gültige Lizenz achten!). Leider gibt es kein Patentrezept, wie man zu guten Negativen kommt. Ziel ist es, ein Negativ mit guter, natürlicher Durchzeichnung herzustellen. Meist ist dazu neben der Invertierung auch noch z.B. eine umgekehrte S-Linie im Menüpunkt "Kurven" notwendig. Man bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür, wie ein gutes Negativ auf dem Bildschirm aussieht.
Nach meinen Erfahrungen sind Negative aus der Mittelformatkamera, Großformatkamera und Lochkamera gut zur Herstellung von Negativen oder zum Direktprint geeignet. Ausgezeichnete Informationen zum Drucken eines Negativs finden sich in FotoMagazin Nr.5, S.112 f.

